Flapsi-uns’re Omma sagt für immer „Tschüss“

Gerade bin ich rein, weil eine Freundin eine schwierige aber richtige Entscheidung getroffen hat…image

 

Liebe Conny!

Wir alle,  die unsere Hunde lieben haben zeitweise, nein fast immer, eine richtige Meise. Wir feiern Hundegeburtstage, freuen uns über jedes neue Halsband , über Angebote bei Tierdiscountern und können nicht essen, wenn es ihnen nur ansatzweise nicht gut geht. Bedeutet allerdings auch, wenn wir diese Familienmitglieder so sehr lieben, dass man manchmal, den Kopf vor dem Herz entscheiden lassen muss.

Als ich dich und deine Hunde kennengelernt habe, da war Flapsi schon 15 Jahre alt….mich interessiert wirklich, wieviele Hunde dieses Alter erreichen. Jeden weiteren Geburtstag haben wir gefeiert, nein zelebriert und uns gefragt, ob sie den nächsten noch erleben wird und dieses Jahr hast du mit Gewissheit und Objektivität gesagt, dass war wirklich der letzte Geburtstag…der 19!!! Das du so schnell Recht behalten wirst, haben wir alle nicht erwartet, wollten wir nicht erwarten…und nun war heute einer dieser beschissenen (Entschuldigung) Tage…image

Keiner hätte dir diese Entscheidung besser abnehmen können als deine Flapsi. Mit Blicken, Lauten und Bewegungen hat sie dir deutlich zu verstehen gegeben, dass heute die Erlösung kommen muss. Zweifle nicht an der Entscheidung, denn sie war wirklich, wirklich, dass Beste, was du für sie treffen konntest.

Das es schmerzt und dolle wehtut, ist vollkommen richtig, darf es auch, schließlich hat sie 19 Jahre eures Lebens geprägt und war stets und ständig an eurer Seite. Sie hatte ein Hundeleben, wovon so sehr viele Hunde nur träumen mögen und war mit 18 Jahren sogar nochmal mit „on Tour“ , in Italien. Weine soviel du magst, aber denke immer daran, dass du ihr heute mit deiner schweren Entscheidung, die beste, letzte Ehre erweisen konntest. Ich drück dich ganz doll und werde nie deine tolle, wunderbare, einzigartige, „olle“ Omma vergessen, mit der Figo noch freudestrahlend vor 4 Jahren aus eurem Wäldchen kam und von der er sich gestern mit Anstand verabschiedet hat.

Kopf hoch und geradeaus, mit ner „DD“ geschaut, liebe Conny!

… Tschüss, Flapsi, du süße Omma, deine Dana, nebst Figo und Nani.

 

Entscheidend ist das „Wir“!

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Als wir uns damals für Figo entschieden haben stand eigentlich nicht fest, dass ich mal fast ausschließlich für die Erziehung sorgen werde.

Logisch war ja, dass ich ne Menge mehr übernehmen musste, weil ich auch mehr Zeit mit ihm verbringen würde und er mit meinem kleinen Handicap klarkommen musste.

 

Hm, ist es vielleicht so ne alte Sache, oder warum hab ich in den Hundeschulen, bei den Trainern überwiegend die Frauen mit den heranwachsenden Hundekindern „kämpfen“ sehen!? Auch die Wetterlage spielte eine gravierende Rolle, ob „Mann“ sich gemüsigt fühlte, mit auf das Trainingsgelände zu kommen. Dann war da auch noch die Zeit, meist waren die Kurse am Wochenende und frecher Weise auch noch in den Zeitraum der Fussballübertragung gelegt…und wenn er dann mal mitkam, dann war es langweilig oder die Augen waren bei nem gaaaanz Lieben oder dem Rüpel der Truppe, um später entweder zu sagen :“Unser‘ ist doch gar nicht so schlimm!“ oder : „Wenn wir erstmal soweit sind.“

So kämpfte ich mich also, von Sonntag zu Sonntag und später von Freitag zu Freitag, bei gefühlten – 20 und bei echten + 30 Grad. Die Erfolge blieben nicht aus. Im Grundgehorsam, klappte es super an der Leine nicht so. Lief Figo gut, war es „sein“ Hund und der Spaziergang konnte gut und gerne nen Weilchen dauern. Hatten wir nen Sch…tag war es mein Hund der „es nie lernen wird“.

Für einen selbst ist es ein Schlag in die Magengrube, zumal man der Meinung war, alles von sich und dem Hund abverlangt zu haben. Das Schlimmste aber ist, wenn man selber hart ackert es aber irgendwie nicht richtig funktioniert und dann der Partner , der mit Hundeerziehung  nichts am Hut hat, den Hund nimmt und dort läuft es besser. Aber zum Glück hielt diese Phase nicht lange an.

Ja, da kann schon mal der Haussegen schief hängen, wenn man nicht an einem Strang zieht und wenn man den Partner dann auch noch verbessern will oder nen Ratschlag geben möchte, endet es meist darin, dass man sich aufteilt wer, wann mit dem Vierbeiner geht und die Spaziergänge somit getrennt verlaufen. Was meist in solchen Situationen nicht die schlechteste Lösung ist, denn während des Gassigehens ne Grundsatzdisskussion zu führen, wer wo läuft und wie man nun richtig begrenzt, korrigiert oder die Leine hält, ist für die Erziehung eben absolut kontraproduktiv.

Muss man in der Erziehung die gleiche Sprache sprechen!? Für den Hund einfacher, wäre es allemal aber ich denke auch, dass Hunde so clever sind, dass sie genau wissen, mit wem sie was machen können und was der Zweibeiner am anderen Ende meint. Ganz einfach wäre es allerdings, wenn man garnicht spricht und einfach mit der Körpersprache viele Situationen regelt, denn diese ist meist bei allen gleich.

Ja, bei uns verliefen viele gemeinsame Spaziergänge nicht gerade harmonisch aber genau vom Gegenteil hatte man doch immer geträumt, denn die Entscheidung den Hund zu sich zu holen, wurde doch auch zusammen getroffen.

Es ist so wichtig zusammen in einem harmonischen Mensch-Hund-Team in eine Richtung zu laufen, zu blicken und gemeinsam einen Weg zu finden die ersten rüpeligen Jahre zu überstehen, um dann die Zeit in vollen Zügen zu genießen. Miteinander, und nicht übereinander zu sprechen und möglichst einen Trainer zu finden wo sich alle Seiten wohl fühlen, um gemeinsam zu arbeiten, denn das verkürzt die Rüpelphase ungemein und macht die entspannte Zeit umso länger.

 

Alles was ich geschrieben habe, habe ich selbst erlebt und etwaige Übereinstimmungen mit Anderen, sind reiner Zufall ;)!

Das es bei uns so gelaufen ist und in reduzierter Art und Weise gerade mit Nani wieder so läuft, ist für mich kein Problem, denn 1. weiß ich , ganz genau wer hier Chef(in)😉 im Rudel ist und zweitens habe ich den Stiesel, der mein Mann ist, so geheiratet und ich wusste worauf ich mich eingelassen habe. Macht die ganze Sache nicht einfach, aber ungemein interessant, denn gerade ist Nani trotz ihrer manchmal überaus unentspannten Art, gerade „seine Hündin“! Wir verändern uns alle und wachsen mit unseren Aufgaben.🙂

 

 

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„So ’ne- und Solchetage“

„Es gibt „So ’ne- und Solchetage“, wie oft ich diesen Satz heute gesagt habe, dass weiß ich echt nicht mehr.

Für mich steht fest, „So ’netage“ sind nie gut und „Solchetage“ sind die an denen man denk, einem gehört die Welt und man kann alles schaffen.

Gestern war so ein Tag. Er begann schon gut und mir gehörte die Welt, es klappte einfach (fast) alles, was die Hundeerziehung angeht, und heute…..

Schon mein Großer ist mit dem falschen Beim aufgestanden und die Kleine…, hat seit dem ersten Augenaufschlag den Schalk im Nacken. Ich war nicht die Einzige der es so erging. Auch unsere Kleinste in der Runde macht gerade eine Evostufe durch und war der Meinung heute stets und ständig alles hinterfragen zu müssen, immer mit nem lieblichen Blick und einer freudigen, schlängelnden Körperbewegung, als wolle sie sagen :“Spiel mit mir!“…

Was macht man/ich nun an „So ’netagen“? Ganz kurz, an „Solchetagen“ genieße ich und lass mich vom Stolz und meiner „Energie“ tragen und komischerweise;) klappt (fast) alles!

Heute allerdings, mussten wir ganz schnell erkennen, dass ein langer Spaziergang recht nervenaufreibend wird, man irgendwann keine Kraft mehr hat und Hundebegegnungen ein Graus bedeuten könnten.

An diesem Tag, geht man , gehe ich, gerne mal den Begegnungen aus dem Weg, nutze ein Wohnmobil, was am Straßenrand steht, um aufgrund meines Zustandes, den ich schon auf den Hund übertragen habe, die Situation nicht eskalieren zu lassen. Breche ich mir deswegen nen Zacken aus der Krone? Nö, denn ich kann diese Situation an nem „So ’netag“ so viel besser händeln und gehe entspannter, als wenn ich an nem schlechten Tag noch an der Leine hänge. Sieht erstens blöd aus und an nem schlechten Tag, trägt es nicht gerade dazu bei, dass meine Laune besser wird. Ich sage aber nicht, dass man sich an diesen Tagen verstecken soll, nein, man muss ne Lösung finden, die für mich und den Hund eben am besten ausfällt.

„So ’netage“ bedeuten auch, dass wenn wir nach unserem Spaziergang in illustrer Runde sitzen, das wir/ ich nur in wirklich extremen Situationen eingreifen. Am besten allerdings sollte man wahrscheinlich danach mit seinem Hund nach Hause fahren und nicht noch in dieser Gesellschaft;) nen Kaffee trinken. Gut, wir haben nun nen Kaffee getrunken, die Hunde spielten und irgendwann wollten zwei von drei Hunden schlafen…was macht die Kleinste…., in freudig, erregter, schlängelnder Körperbewegung mit unterschiedlichen Spielzeugen im Maul, um die dösenden Artgenossen herumschlawenzeln. Was macht Hund? ….gucken…die Kleine reagiert nicht…knurren….und sie dreht ab. Versucht nun also, uns zu animieren. Klappt nicht! Was aber auch an nem „So‘ netag“ nicht klappt, aufgrund unserer Einstellung und Energie…die Kleine mittels Blicken, Körperhaltung oder „Befehlen“ davon abzubringen, es zu lassen. Würden wir uns ein Beispiel an dem knurrenden Hund nehmen, dann klappt es an bestimmten Tagen, aber eben nicht heute!

Was mach ich da? Nichts! Soll sie doch um mich herumlaufen, den Ball im Maul halten und sich freuen. Ich genieße ein Gespräch, trinke meinen Kaffee und entspanne mich in der Sonne und irgendwann merkt auch das kleine, freudige Energiebündel, dass Liegen auch mal ganz toll sein kann!

Es gibt eben  „So ’ne- und Solchetage“, na und, ich versuche beide zu genießen.

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(M) eine Frage der Ehre! …Teil I…

Im März 2013, waren wir das erste Mal mit Figo bei „unserem“ Hundetrainer! Er zeigte uns damals sehr eindrucksvoll, was wir für einen tollen Hund an unserer Seite hatten. Ganz ehrlich, das war uns zu dieser Zeit noch nicht wirklich bewusst, schließlich hatten wir trotz einer Welpenschule und Hundetrainerin, nicht wirklich viele gute Erfahrungen mit ihm gesammelt.

Wir hatten 4 Intensivtage gebucht. Einzeltraining am Vormittag und Hundewanderungen am Nachmittag. Es war eine tolle Zeit, denn wir lernten einen „neuen“, anderen Figo kennen. Einen der sich an uns orientierte, der nach uns sah, der auf uns hörte, der leinenführig war und dem andere Artgenosse auf unseren Spaziergängen fast egal schienen.

Voller Stolz, vielem Wissen und eben dieser Erfahrung die wir gemacht hatten, kehrten wir aus unserem entspannten Urlaub zurück. Wir hatten soviel gelernt, wollten alles richtig machen und uns mit unserem „neuen“ Hund zeigen. Nach ein paar Tagen jedoch, fing wieder alles von vorne an.

Es waren viele Informationen, die wir erhalten hatten. Es waren vor allen Dingen Intensivtage, die wir für uns gebucht hatten, nicht für Figo, dessen bin ich mir heute bewusst. Aller Tatendrang ließ uns einiges verwechseln, nicht richtig ausführen und sogar vergessen. Das führte dazu, dass wir uns durch einen endlosen Sommer quälten und für September einen weiteren Besuch beim Hundetrainer buchten/buchen mussten. Warum wir soooo lange gewartet haben, dass weiß ich heute leider nicht mehr. Aber an drei Situationen in diesem Urlaub kann ich mich, wie heute erinnern.

Die erste Situation ergab sich kurz vor unserem ersten Training, nach diesem halben Jahr. Ich ging mit Figo die Morgenrunde und nach zwei Ecken, wie sollte es auch anders sein, traf ich auf unseren Trainer, der gerade mit seinen Hunden unterwegs war. Er erkannte mich nicht, wessen ich mir nicht wirklich bewusst war. Figo sah seine zwei Hündinnen, die artig, ohne Leine an seiner Seite trotteten, ging ohne zu zögern in die Leine und kläffte das Dreiergespann an….Peinlich berührt, lachte ich unsicher, worauf von ihm kam: „Das ist echt nicht lustig, was sie da machen!“ Etwas verwirrt von der Situation erwiderte ich: „Äh, ich bin es Dana mit Figo, genau deswegen haben wir gleich einen Termin bei dir!“.

In diesem Moment sah er mich das erste Mal an und entgegnete mir : “ Oh, alles klar, ich hab dringend Redebedarf, bis gleich!“ und setzte seinen Weg fort. Das dieser Satz von ihm nicht gerade freundlich ausgesprochen wurde muss ich nicht erwähnen!? Mit nem deutlichen Kloß im Hals und einem äußerst unangenehmen Gefühl fuhren wir dann damals zum Training. Eigentlich wäre ich lieber nach Hause gefahren, um mir die Peinlichkeit zu ersparen.

Es gab ein mächtiges Donnerwetter, deutliche, klare, mahnende Worte und diese zweite Situation, in der ich völlig die Fassung verlor. Wir trafen uns an der Seebrücke, an der bekanntlich ne Menge los ist. Wo viele mit ihren Hunden spazieren gehen. Ich hatte nach dem „Einlauf“ dolle Angst zu versagen und was passiert in Situationen in denen man Angst hat!? …Figo hing in der Leine und pöbelte….da griff der Trainer nach der Leine, nahm ihn mir ab. Ich blieb wie angewurzelt stehen und musste/durfte miterleben, wie er Figo auf einem engen Gehweg durch eine Hundegruppe führte und der in der Flexileine hängende Beagle ihm buchstäblich am „A…“ vorbeiging. Ich konnte nicht mehr viel erkennen, weil ich mit 36 Jahren zwischen lauter Urlaubern stand und wie ein kleines Mädchen weinte. Ja, er zeigte mir, wer hier wirklich das Problem war….nicht Figo, nein, er machte das toll, nein, ICH war einzig und allein das Problem. Das wollte er mir zeigen und bewies es mir damit sehr deutlich.

In den folgenden Wochen arbeitete ich wirklich hart, mit Figo und vor allen Dingen an mir, denn wir hatten uns 5 Wochen später wieder zum Training angemeldet. Ich wollte es ihm, mir, der ganzen Welt beweisen, dass ich das auch kann.

Ja, und man kann, wenn man will!!! Fünf Wochen später holte ich Figo aus dem Auto und wir starteten zur Hundewanderung, mit anderen Kursteilnehmern. Ich ging einfach los und plötzlich hörte ich hinter mir, wie der Trainer sagte :“Dana, was hast du gemacht, dass sieht gut aus!“. Es liest sich vielleicht nicht so doll und war jetzt auch nicht so überschwänglich ausgesprochen, für mich aber ein Moment, der mich arg stolz gemacht hat, der mir bewiesen hat, dass man dran bleiben muss und wenn man wirklich will, dass man viel erreichen kann. Es war für mich – meine Frage der Ehre -….!

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COLJA…oder auch „Lars“ !

Was ich aus der Erfahrung mit den Schwierigkeiten, die ich mit Figo in den ersten 1,5 Jahren gelernt habe…“ Urteile nie über Hunde und deren Halter, wenn du sie nicht kennst!“. Oft sieht es für Außenstehende furchtbar aus, wenn sie miterleben, wie ein anderer Hund wie ne wilde Bestie auf einen zurennen und der Halter am anderen Ende der Leine, mit aller Kraft dagegenhalten will. Da sei mal davon abgesehen, aus welcher Motivation heraus der Hund das tut. Da ich diese Situation nur zu gut kenne und auch weiß, wie man sich in solchen Situationen fühlt und nachdem man einen katastrophalen Spaziergang hinter sich gebracht hat, einfach nur heulen will, denke ich nur noch eines über solche Situationen: „Denen musst du helfen!“ , aber wie!? Man will ja auch nicht wie ein Klugscheißer auf der anderen Seite stehen und irgendwas rüberrufen, denn 1. weiß man nicht, was dazu geführt hat, dass der Spaziergang so „hinter sich gebracht“ wird und 2. noch viel wichtiger, die Personen sind viel zu sehr mit sich und ihrem Vierbeiner beschäftigt, dass sie sowieso nichts wahrnehmen. So habe ich Colja, kennengelernt und ich wusste welche emotionale Belastung die Person am anderen Ende der Leine durchmachte. Wie kommt man an solche Personen ran, wollen sie überhaupt Hilfe und tritt man ihnen vielleicht zu nahe, wenn man Hilfe anbietet, alles Fragen, die mich beschäftigten. Zum Glück stellte sich bald heraus, dass wir, Coljas Frauchen und ich, eine gemeinsame Bekannte haben. Ich bat sie damals, falls es erwünscht wäre, meine Telefonnummer an die Hundebesitzerin weiterzugeben. Und dann passierte eine Weile nichts. Ich konnte immer mal aus der Entfernung sehen, dass sich nichts besserte. Im Schutz eines dicken Baumes wurde abgewartet, bis die Hunde sie passiert hatten, um dann den Weg ohne größere Eskalation fortzusetzen. Ja, ich weiß, man wird im Laufe der Zeit erfinderisch, was die Sichtschutzsuche angeht, man stellt sich hinter Bäume, will sich hinter das nächste parkende Auto retten, dreht ab um dem Ganzen komplett aus dem Weg zu gehen oder man versucht den Hund irgendwie anders abzulenken. Sicherlich nicht die besten Lösungen, aber um manche Situation für sich und den Hund zu entschärfen erstmal hilfreich, jedoch auf Dauer keine Lösung. Und dann kam DIE Nachricht und ich bin heute so froh und dankbar, dass sich das Frauchen ein Herz gefasst und geschrieben hat, weil ich diesen Hund kennenlernen durfte und das nette Frauchen dazu. Aus der Nachricht, konnte man viel lesen, aber vor allen Dingen, Resignation. Ein Zustand, der damals schon recht festgefahren schien. Wir verabredeten uns Zu ihrem ersten „Blind Date“ mit mir. Eine Bezeichnung die Coljas Frauchen damals benutzte, was ich äußerst witzig fand, mir aber heute genau das bestätigt was ich selber damals empfunden habe. Man nimmt nichts wahr, und obwohl wir uns oft begegnet sind, betitelte sie das erste Treffen so, weil sie nicht wusste, wer ich war. Ich muss noch ganz kurz erwähnen, dass damals in Aussicht stand, dass mein Hundetrainer hier bei uns ein Seminar geben wollte, und ich ihr die Möglichkeit geben wollte daran teilzunehmen. Wir trafen uns also, jedoch leider ohne ihn, den Eisbären. Sie wollte mich mit Figo erstmal kennenlernen, denn viel reden kann man, aber man muss es auch beweisen können. Wir hatten einen tollen ersten Spaziergang und mein Großer zeigte sich von seiner besten Seite, zum Glück. Natürlich hatte ich Sorge, dass was nicht so laufen könnte, wie man sich es vorstellt, aber er war mein souveräner Begleiter, mein Anschauungsobjekt. Sie stimmte einem zweiten Treffen zu, an dem ich Colja kennenlernen konnte, ohne Figo! Ich wollte nur begleitend an dem Spaziergang teilnehmen, um ihr zu sagen, wie ungefähr der Trainer wann reagieren würde, um sie darauf vorzubereiten und als Stärkung an ihrer Seite. Da kam er nun auf seinem Anwesen, auf das Gartentor zugerannt und pöbelte, was das Zeug hielt. Ich hab vergessen zu erwähnen…Colja, ein Kuvasz, ein Herdenschutzhund…! Ein tolle Erscheinung, ehrlich aber bei dem ersten Anblick wusste ich, dass er mich nicht „angehen“ würde…zum Glück hatte ich schon das eine oder andere von Körpersprache  gehört. Der Spaziergang konnte also starten. Ja, und wie der startete, er ging mit ihr. Es war ein Spaziergang mit vielen Eindrücken, die mir aber sagten, von Grund her ist er nicht böse, ihm fehlte, so wie Figo damals die richtige Führung. Zum dritten Treffen durfte dann Figo mit. Für mich eine Situation, die mir keine Sorgen machte, ich glaube für die Hundehalter damals einer der schwersten Treffen. Es gab ja nicht wirklich vernünftige Kontaktaufnahmen und Colja und ein anderer Rüde??? Sie gingen vor und ich holte meinen Großen aus dem Auto…, natürlich wollte Colja hin und klären, wer der Schärfste ist, aber es wurde unterbunden. Wir gingen einfach, irgendwann war Figo ab und schnüffelte neben Colja im Gras, für die Besitzerin ein Moment in dem ihr der Atem stockte, für die beiden das Normalste auf der Welt. Klar haben sie sich beschnuppert und Colja wollte frech toben. Ganz ruhig aber deutlich genug für den Eisbären, hat Figo geknurrt und gesagt: „Lass das,Kleiner!“ Und er hat es verstanden. Es war ein ganz normaler Spaziergang zwischen Hundehaltern und ihren vierbeinigen Begleitern, so wie es sein muss. Das funktioniert nicht immer und ich hätte das auch nie zugelassen, wenn ich meinen Hund nicht kennen würde und einschätzen könnte, aber so konnte ich den beiden zeigen, dass es klappt. Heute gehen, wir mind. 1 x die Woche, das Training haben sie  absolviert, ist es besser geworden!? Ja, definitiv, aber es ist noch ausbaufähig, das steht fest. Wer sich am meisten entwickelt hat, dass ist nicht Colja, nein, dass ist Katrin, sein Frauchen. Und auch wenn sie ab und zu verzweifelt, ich sehe es mit etwas mehr Abstand, es hat sich so vieles gebessert. Sie ist souveräner im Umgang geworden und wenn er mal in der Leine gehangen hat, naja, dann resignierst sie nicht sofort, sondern versucht die Situation zu verstehen, warum es so gekommen ist. Pöbelnde Hunde hinterm Zaun sind fast gar kein Problem mehr, Colja reagiert zwar, aber Katrin weiß was in dieser Situation zu machen ist. Und das ist wichtig, eine Lösung finden und sie ihm anbieten. Kleine, freche Hunde sind auch nicht mehr das Problem und klar gibt es immer mal doofe Tage, aber davon lässt sie sich nicht mehr runterziehen. Getreu nach dem Prinzip „Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen“, werden wir sicherlich noch einige Tage erleben die mal nicht so rosig sind aber , und da bin ich mir sicher, auch wenn du mir manchmal nicht glaubst, diese Tage werden immer weniger werden. Sie werden nie gar nicht mehr sein, denn es sind Hunde, keine Roboter die auch mal nen schlechten Tag haben, so wie wir, die am anderen Ende der Leine hängen, das hat mir mein Tag heute auch wieder bewiesen. Also, Katrin, gib nicht auf, erfreue dich an den tollen Erlebnissen mit Colja und lass dich von den doofen Erlebnissen und irgendwelchen imposanten Bildern im Inernet nicht runterziehen. Du hast einen tollen Hund, Colja, deinen Eisbären.

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Die Prinzessin hat Geburtstag.

Vor einiger Zeit hätte ich das Wort „Prinzessin“ auch gut und gerne mit „Hexe“, „Teufel“, „Bestie“ ersetzen können, aber zur Feier des Tages durfte sie mal ne Prinzessin sein.

Als wir uns vor 11 Monaten entschieden haben, ihr einen Platz in unserer Mitte zu geben, haben wir uns vorgenommen, dass alles anders wird als bei Figo.  2 Jahre Erziehungsmarathon und einen Rüden der nahezu „geradeaus läuft “ , hatten uns glauben lassen, dass es mit Nani ein Kinderspiel wird. Ja, schade, falsch gedacht, 1. ne Erziehung eines Welpen stellt dich wieder vor andere Probleme, denn wenn Knopfaugen mit 7 kg Lebendgewicht dich anglotzen dann wird man weich und lächelt über manchen Mist der verzapft wird. Und 2. hat man ganz andere Anforderungen an den zweiten Hund, wenn der Große nun ein Vorbild ist. Da muss man sich ab und zu fragen, ob es nicht einfach zuviel ist, was man so von dem kleinen Energiebündel verlangt!? Ja, und dann ist da noch das Problem mit dem Großen. Der hätte gern am Anfang mal richtig durchgegriffen, so wie es der Instinkt verlangt. Leider hatten wir ab und zu etwas Angst, obwohl nie irgendwas Dolles passiert ist und haben die erzieherischen Maßnahmen unterbrochen. Hm, hat zur Folge, dass sie gerne ihm gegenüber etwas frech ist, er fängt an sie zu disziplinieren und guckt uns dabei an, als wolle er fragen: „Darf ich?“!  Ja, man macht eben immernoch ein paar Fehler.

Und nun wurde Nani 1 Jahr und wenn ich mal vergleiche was diese kleine, süße Motte schon alles kann, dann muss ich gestehen mit all ihren Frechheiten, Niedlichkeiten und ihrem durchgeknallt sein, ist sie trotzdem eine Prinzessin.  Sie ist nicht sehr groß, sie hat für andere einen Makel, sie ist unser kleiner Pumper aber für uns ist sie eben die Prinzessin von Finkenkrug. Man muss ja nicht immer bei dem Wort Prinzessin,“Cinderella“ vor Augen haben…Fiona war auch Shrek’s Prinzessin!

Es gab oft Momente, mit Nani, die mich in die Schlaflosigkeit getrieben haben…hier mal ein Beispiel. Bestimmt 3-4 mal die Woche, gehen wir mit unserer Hundefreundin „Mina“ spazieren. Stellt sich wie folgt dar. Ich nehme meine zwei an eine Leine, an meine linke Seite, laufen ca 50 m und dort schließt sich Mina nebst Frauchen an. Wir achten natürlich auf viele Sachen, die man bei solchen Begegnungen unterlassen oder unterbinden soll. Jedes Mal ist Nani verrückt geworden, ist gesprungen, hat in die Leine gebissen und letztendlich hat Figo all ihre Ernergie abbekommen. Jedesmal waren dann die ersten gemeinsamen Meter ne Qual. Zum Schluss haben wir Frauen uns erst begrüßt, wenn die Hunde im Freilauf waren und haben auf den ersten Metern kein Wort gewechselt, nur damit der kleine Teufel nicht hochdreht…Es war für mich ein echtes Problem, dass ICH das nicht in die Reihe bekommen habe. Hab überlegt, gegrübelt und in all dem Erlernten gekramt…zum Schluss fiel mir eine kleine Wasserflasche ein…bei der nächsten Begegnung hab ich die gezückt und sie mit nem wenig Wasser benetzt. War genau das Richtige…alle die jetzt denken , „Oh mein Gott, die Arme…!“, heute habe ich die Flasche noch immer dabei, aber meist trinkt sie daraus! Es wird immer kleine Defizite geben, aber sie/wir machen das schon ganz toll.

Was ich mit meinem heutigen Post sagen will, ist dass man manchmal auch mal nicht soviel verlangen sollte! Geht mal was richtig in die Hose und es nervt, dann muss man nach ner Lösung suchen und sich manchmal auch Hilfe von außen holen. Sind es kleine Dinge dann muss man auch mal mit einer gewissen, eleganten, gelassenen Arroganz darüber hinwegsehen.

Mit ihrem einen Jahr, ist sie schon ne süße, verrückte Zaubermaus, die es trotz mancher Frechheiten schafft, uns täglich ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern! Es war genau die richtige Entscheidung, „Ja“ zu dir, zu sagen!

FiNa

Was ich schon immer sagen wollte…!

Was ich schon immer sagen wollte….
Eine Liebeserklärung an meinen Großen „Figo“ und eine Aufmunterung an alle, die denken : „Es geht nicht weiter!“ Was mich zu diesem Text bewogen hat, ist das Schicksal Figos längster Freundin und ein Satz einer Frau, die gerade an ihrem treuen Gefährten verzweifelt! Der Satz : “ Was willst du noch mit ihm erreichen, er ist doch perfekt!?“. Was ist perfekt??? Fang ich mal vorne an….Immer wieder hört man, wie lange manche auf ihren Hund gewartet, gesucht und abgewogen haben. Ich weiß, dass es auch richtig ist, denn man geht eine Beziehung für ein Hundeleben ein, und das in guten und in schlechten Zeiten. Und die Zeiten waren schlecht…glaubt mir heute keiner mehr, aber wer hat schon Videos davon, wie sein Hund an der Leine zerrt, zieht und pöbelt, bis man das Gleichgewicht verliert und mit dem A… auf dem Boden landet. Ich habe so manche Blessur davongetragen, hatte ( denke ich) diverse Kapselverletzungen an den Händen, offene Handflächen, weil mein pubertierender Rüde meinte, dass der freundliche Labrador 8 Meter entfernt von uns, ihn unfreundlich anstarrt…hatte zur Folge, dass er ohne Rücksicht auf mich, in seine Richtung durchstartete und mich liegend hinter sich herzog.
Ich habe damals alles versucht, was man an wichtigen Tips lesen kann, habe verschiedene Hundetrainer/-schulen ausprobiert und mich irgendwann gefragt , was hast du dir dabei gedacht!?
Zur richtigen Zeit, als ich am Boden der Verzweiflung angelangt war, habe ich einen Hundetrainer kennengelernt, der mir gezeigt hat, dass nicht Figo das Problem ist, sondern dass ich es bin. Ich/wir haben hart gearbeitet, ich musste ne Menge lernen, musste , ja natürlich immer im Hinterkopf die Rasse Ridgeback, lernen , was es heißt , die „Führung zu übernehmen“… Glaubt mir es ist mir oft nicht leicht gefallen, weil man über seine eigene Möglichkeiten und Grenzen herauswachsen muss.
Ich habe oft mit Neid, manche Bilder gesehen und Artikel gelesen, wenn über den tollen Begleiter berichtet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war Figo 1,5 Jahre alt und stand voll „im Saft“. Ich dachte, dass schaffst du niiiiiieee!!! Mein Hundetrainer hat mich bei unserem ersten Treffen gefragt: „Was willst du mit ihm mal erreichen?“. „Er soll leinenführig sein!“, war damals mein größter Wunsch! Heute denke ich mit einem Lächeln daran, denn zu diesem Zeitpunkt sagte er : „Dein großes Ziel muss sein, ihn ohne Leine zu führen!“ . Niemals, ich schwöre, hätte ich gedacht, dass es so sein wird…immer mit dem Gedanken an den pöbelnden, ziehenden, nicht hörenden, Wild/Katzen jagenden Jungspund!
Und irgendwann , nach langer Zeit, nach einer harten Zeit, hatte ich da so ein Gefühl…ich hab die Leine ausgeklinkt …und was ist passiert? Nichts…gar nichts! Er ist bei mir geblieben, wir haben gelernt zusammen zu laufen, er hat gelernt in meine Richtung zu blicken , ich habe gelernt ihn zu lesen und nun habe ich einen Hund, um den mich sooooooo viele beneiden. Ich erkenne noch immer kleine Ecken und Kanten an ihm, muss mich aber ab und zu fragen, ob ich die noch abschleifen will!? Eigentlich ist er perfekt, er ist toll, er ist mein Begleiter, über Stock und Stein, an pöbelnden Hunden vorbei und ich habe ne handvoll Menschen kennengelernt , die wir gemeinsam mit unserer Erfahrung unterstützen…die jetzt da sind, wo wir einst waren, und die irgendwann da sein werden, wo wir jetzt sind. Und letztendlich ist er ein Hund, der auch irgendwo ein Stück weit Hund sein muss/darf …aber immer, und da bin ich stolz drauf, immer „Mutti“ mittels eines Blickes fragen wird: „Darf ich!?“. Meist muss ich ihm zu verstehen geben „Nein!“ , aber in manchen, ganz besonderen Momenten sage ich mal „Ja!“ und dann verstehen wir uns ganz ohne Worte! Dieser tolle Hund, mein Großer, hat mich durch eine schwere Zeit begleitet, wir haben gemeinsam seine schwerste Zeit gemeistert und nun ist er für mich perfekt!
Was ich schon immer sagen wollte und nie gedacht hätte, sagen zu können, „Figo, du bist der beste vierbeinige Begleiter, den ich mir für mich, Herrchen und ich uns, für uns und nun auch Nani sich für sich vorstellen kann!“ Nani??? Wer ist Nani? Das ist unsere Kleine! Hätte mich jemand vor zwei Jahren gefragt, ob ich davon noch nen zweiten Hund haben will, ich hätte „niiiiiiieeemals“ gesagt! Tja, so kann sich alles ändern, und ich möchte, dass sich viele selbst hinterfragen und vielen Mut machen und nicht verzweifeln! Jede Mühe seinen Hund versuchen zu lesen, zu verstehen, wird euch doppelt gedankt werden. ….
Achso, was ich schon immer sagen wollte….“Ich liebe dich!“